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Projekte
Habilitationsprojekt: "Die Räume der Welt".  Die Re-Figuration des Raumes in Gegenwartsdiagnosen.
Antragsteller, zeitweise Mitglied des leitenden Ausschusses des DFG-Graduiertenkolleg "Identität und Erbe" und Betreuung von Promotionen.

In Werte- und Orientierungsdebatten wird gegenwärtig wieder häufig auf ein Konzept rekurriert, das seit zweihundert Jahren im Prozess der Nationenbildung zu beobachten ist: die Konstruktion kollektiver Identität durch die behauptete Einheit von Staat, Geschichte, Volk, Kultur und Erbe. Dem setzen wir die These entgegen, dass Identität und Erbe zwar interdependente Konzepte sind, sie aber beide nicht auf stabile Bedeutungen und Beziehungen verweisen. Identität bezeichnet nicht nur Konzepte positiver Selbstfindung und -bestimmung, sondern auch Konzepte zwangsweiser Eingrenzung und Ausgrenzung durch machtgestützte höhere Instanzen. Erbe bezeichnet in unserem Falle Kulturerbe, das, anders als ziviles Erbe, nicht durch private Verfügungen von Erblassern definiert und weitergegeben wird, sondern durch öffentliche, aktive Aneignung von Erbwilligen. Dies schließt den Fall ein, dass sich zu einer bestimmten Zeit für ein bestimmtes Gut keine Erbwilligen finden. Unsichere Beziehungen und Ambiguitäten sind charakteristisch für das konfliktdurchzogene Feld der Identifikation und Aneignung von Kulturerbe im Zusammenhang mit der Konstituierung von Gemeinschaften aller Größenordnungen.
Projektleiter im Sonderforschungsbereich 1265;
Projekt A05: "Biographien der Mittelschichten: Raumbezüge im Wandel des Lebens"

Das Forschungsprojekt untersucht Raumkonstitutionen von Angehörigen der Mittelschichten aus einer biographischen Perspektive in Kenia und Deutschland. Dabei werden explizit die translokalen Raumbezüge der familären Sphäre einerseits und der der Arbeitswelt andererseits fokussiert. Auf Basis narrativ-biographischer Interviews werden die relevanten biographischen Räume rekonstruiert und hinsichtlich ihrer Ähnlichkeiten und Unterschiede analysiert. Im Rahmen des explorativen Forschungsprojektes werden verschiedene Vergleichskategorien (z.B. Stadt/Land, Gender, Alter oder Religiosität) gleichberechtigt getestet, und auf ihren Erklärungswert hin befragt. Der Vergleich zwischen deutschen und kenianischen Mittelschichten stellt dabei nur eine von vielen Vergleichskategorien dar. Erklärungswert verspricht diese Kategorie, weil die Mittelschichten in Kenia hauptsächlich erst in den letzten Jahrzehnten unter den Bedingungen einer viel stärker globalisierten Weltwirtschaft ohne sozialstaatliche Rahmung entstanden sind, während die deutsche Mittelschichten hinsichtlich ihrer Entstehung Ende des 19. Jhd. zutiefst mit der Etablierung des Wohlfahrtsstaates verwoben sind. Ziel ist es eine empirisch fundierte Konzeptualisierung der typischen biographischen Bewältigungsstrategien des Spannungsverhältnisses zwischen Reproduktionssphäre und Arbeitswelt aus einer räumlichen Perspektive zu entwickeln.
Arbeitsschwerpunkte
Allgemeine Soziologie und Gesellschaftstheorie
Biographieforschung
Wissenssoziologie
Stadtsoziologie
Theorien des Raumes
Raum und Zeit
Preise und Fellowships

5/2015 Fellow an der Bayreuth Academy of Advanced African Studies
3/2014 - 8/2014: Fellow am DFG-Forschungskolleg "Postwachstumsgesellschaften" geleitet von Klaus Dörre, Stephan Lessenich und Hartmut Rosa an der Friedrich-Schiller-Universität Jena
11/2013: Dissertationspreis der Sektion Stadt- und Regionalsoziologie in der DGS

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